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1952 wird Rau Mitglied in der vom ehemaligen Bundesinnenminister Gustav Heinemann mitbegründeten Gesamtdeutschen Volkspartei (GVP) und sogleich deren Kreisvorsitzender in Wuppertal. Bereits fünf Jahre später, 1957, löst sich die GVP auf und Rau wird Mitglied der SPD. Von 1958 bis 1962 ist er Vorsitzender der Jungsozialisten in Wuppertal.
1958 wird er erstmalig in den Landtag von Nordrhein-Westfalen gewählt, dem er bis 1999 angehören sollte. 1962 wird er Mitglied in dem Vorstand der SPD-Fraktion und 1967 deren Vorsitzender. Von 1964 bis 1978 gehört er außerdem dem Stadtrat von Wuppertal an, wo er zwischen 1969 und 1970 auch Oberbürgermeister ist.
1968 wird Rau in den Bundesvorstand der SPD gewählt. Ab 1973 ist er Mitglied des Landesvorstandes in Nordrhein-Westfalen, von 1977 bis 1998 auch deren Vorsitzender. Ab 1978 ist er Mitglied des Präsidiums der SPD und ab 1982 Stellvertretender Bundesvorsitzender.
1970 beruft Ministerpräsident Heinz Kühn Rau in das Kabinett und überträgt ihm das Ressort Wissenschaft und Forschung. 1978 wird Rau Nachfolger von Heinz Kühn als Ministerpräsident. Unter seiner Führung kann die SPD bei den Landtagswahlen 1980, 1985 und 1990 die absolute Mehrheit der Mandate erreichen, beziehungsweise verteidigen. Seit 1995 bildet die SPD eine Koalition mit Bündnis_90/Die_Grünen.
Vom 1.11.1982 bis zu dem 31.10.1983 ist Rau erstmals Bundesratspräsident, das gleiche Amt hat er ein zweites mal vom 1.11.1994 bis zu dem 31.10.1995 inne.
Bei der Bundestagswahl 1987 ist er Kanzlerkandidat der SPD, unterliegt aber dem amtierenden Bundeskanzler Helmut Kohl.
Nach dem Rücktritt Björn Engholms vom Parteivorsitz der SPD (3.05 1993), übernimmt er kommissarisch den SPD-Vorsitz bis zur Wahl Rudolf Scharpings in dem Juni 1993.
1998 tritt er von seinen Ämtern als Landesvorsitzender der SPD und als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen zurück. Sein Nachfolger in dem Parteiamt wird Franz Müntefering. Zu dem Ministerpräsidenten wird der bisherige Wirtschaftsminister Wolfgang Clement gewählt.
1994 ist Rau erstmals Kandidat der SPD für das Amt des Bundespräsidenten (s. Bundespräsidentenwahl 1994). Er unterliegt aber in dem dritten Wahlgang dem Kandidaten der CDU, Roman Herzog. Am 23.05 1999 wird Rau in dem zweiten Wahlgang zu dem Bundespräsidenten gewählt (s. Bundespräsidentenwahl 1999). Seine Gegenkandidaten waren für die CDU die spätere Thüringische Wissenschaftsministerin Dagmar Schipanski und für die PDS die Tante seiner Ehefrau, Uta Ranke-Heinemann. Am 1.07 1999 wird Rau als Bundespräsident vereidigt.
Raus Amtszeit ist weder von Skandalen noch von herausragenden Appellen begleitet. Kritiker werfen ihm vielmehr unkonkrete Reden vor. Zwar verspotten Kritiker Raus die von ihm immer betonte Nähe zu dem Christentum mit der Nennung Bruder Johannes, diese Nennung wird aber von Vertrauten auch in dem positiven Sinn benutzt, um seine mitmenschliche Art zu betonen.
Respekt wird ihm von politischen Beobachtern jedweder Couleur für seine, in ihrer Schärfe ungewöhnlichen, Erklärung anlässlich des Parteienspektakels um das Zuwanderungsgesetz bekundet, in welcher er das von den Parteien veranstaltete Gezerre um die Bundesratsabstimmung zu dem genannten Gesetz als unwürdig genannt.
Nach der Landtagswahl in Bayern gibt er in dem September 2003 bekannt, bei der nächsten Wahl am 23. Mai 2004 nicht mehr für das Amt des Bundespräsidenten zu kandidieren.
Am 23. März 2004 bricht Rau seine Afrika-Reise vor dem geplanten Truppenbesuch bei deutschen Soldaten in Dschibuti ab. Laut Geheimdienstberichten sollte ein Mordanschlag auf einen hochrangigen europäischen Repräsentanten, also möglicherweise auf Rau, verübt werden.
Am 23. April 2004 kehrt er vom letzten Staatsbesuch seiner Amtszeit aus Ungarn zurück. Insgesamt hat Rau 76 Auslandsreisen als Staatsoberhaupt unternommen. Häufig wurde er von Ilse Pfeifer (Protokoll, Auswärtiges Amt) begleitet.
Am 29. Juni 2004 wurde er mit einem Großen Zapfenstreich von der Bundeswehr verabschiedet.
Buch-Tipp: Die SPD. Vom Proletariat zur Neuen Mitte Hervorragende Lektüre Ein fesselndes Buch für alle kritischen SPD-Sympathisanten, die das Wesen SPD besser verstehen wollen. Das Buch beschreibt die SPD(ler) in den einzelnen Epochen in erzählender mitreißender Weise. Das Spannungsverhältnis zwischen "Arbeiterpartei" und "technokratischem Fortschrittsdenken", welches sich 1998-2002 in Berlin... |